01ritual und bedeutung
Día de Muertos (1.-2. November) verschmilzt aztekische Traditionen mit dem postkolonialen Katholizismus. Die Familien bauen Altäre ("ofrendas") mit gelben Marigolds ("cempasúchil"), Zuckerstangen in Totenschädeln, Lieblingsspeisen der Verstorbenen, Wasser, Kerzen, Fotos. Es ist eine vollkommene Freude, keine morbide Trauer; man glaubt, dass die Geister zurückkehren, um die Lebenden zu besuchen. Die bunten Schädel ("calaveras") und Skelette werden spielerisch, frivol und humorvoll dekoriert. Octavio Paz erklärte in "El Laberinto de la Soledad" (1950), dem weltweiten Standardwerk, dass der Día de Muertos die mexikanische Einstellung zum Tod verkörpert: Intimität, Akzeptanz, Abwesenheit von westlichen Tabus.
02Geographie des Missverständnisses
Der Westen sieht Schädel als Symbole des morbiden und schrecklichen Todes. Er weiß nicht, dass dies eine unveränderliche aztekische Kosmologie ist: Der Tod ist ein natürlicher Zyklus, der mit Freude gefeiert werden sollte. Die bunten Schädel sind Kunst, Respekt, Erinnerung, nicht Makaberei. Die UNESCO erkannte den Día de Muertos im Jahr 2008 als immaterielles Kulturerbe an. In Mexiko und der lateinamerikanischen Diaspora (USA, Mittelamerika) wird das Fest noch immer in vollem Umfang gefeiert. Im protestantischen Westen (USA anglo) wird es missverstanden, "Halloweenisiert", indem man den kulturellen Reichtum auf morbide Dekoration reduziert.
03Historische Entstehung
Aztekische Tradition (~1500 v. Chr., vorspanisch), die nachträglich mit dem katholischen Allerheiligen (1. November) und der christlichen Tradition der Toten verschmolzen wurde. Einzigartiger postkolonialer Synkretismus. In Mexiko seit dem 16. Jahrhundert fortbestehend. UNESCO erkennt 2008 als immaterielles Kulturerbe der Menschheit an. Besteht in gleicher Weise von Mexiko über Guatemala bis El Salvador.
04dokumentierte Vorfälle
1950 veröffentlichte Octavio Paz "El Laberinto de la Soledad"; das Kapitel über den Día de Muertos wurde zur weltweiten Referenz und rettete das Fest vor der Exotisierung. Ein grundlegendes Werk der mexikanischen Anthropologie. 2015 feiert der Pixar-Film "Coco" den Día de Muertos mit seltener kultureller Genauigkeit; massiver weltweiter Einfluss, positive Darstellung des Rituals. Regelmäßige Fälle von im Ausland lebenden Mexikanern, die den Día de Muertos gegen morbide westliche Wahrnehmungen verteidigen.
05Praktische Empfehlungen
**Feiern Sie den Día de Muertos als Freude, Erinnerung und Akzeptanz des Todes. Bauen Sie Ofrendas mit Lebensmitteln, Blumen, Fotos der Verstorbenen. Nehmen Sie fröhlich teil, lachen Sie, essen Sie, erzählen Sie Geschichten von den Toten. Beachten Sie die aztekische Kosmologie: Der Tod ist eine Fortsetzung, nicht das Ende.
Nicht zu vermeiden: Totenschädel mit Morbidität oder Halloween gleichsetzen. Nicht auf kommerzielle Dekoration reduzieren. Pathologisieren Sie nicht die Freude. Nicht kritisieren, dass es keine "ernsthafte Trauer" gibt.
Geographie des Missverständnisses
Neutral
- mexico
Dokumentierte Vorfälle
- 1950 — Octavio Paz "El Laberinto de la Soledad" ; chapitre référence mondiale.
- 2015 — Film Pixar "Coco" célèbre ; influence massive, représentation positive.
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- Célébrer comme joie. Construire ofrendas. Participer joyeusement.
Zu vermeiden
- Ne pas assimiler à morbidité. Ne pas réduire à décoration halloweenienne.