01Die Geste und ihre erwartete Bedeutung
Ein Geräusch, das durch einen kleinen Schmollmund mit den Lippen und einen leichten Atemzug - oder durch die Kombination dieser Bewegung mit einem "saugenden" Lippengeräusch - erzeugt wird, um die Aufmerksamkeit einer Person, typischerweise einer Frau, zu erregen. In Lateinamerika (Mexiko, Venezuela, Kolumbien, Brasilien) dient dieses Verfahren als diskreter sozialer Appell, der mit einem leichten Flirt oder einer Höflichkeit verbunden ist. Es ist nicht inhärent sexuell aggressiv, sondern Teil der städtischen Sozialität, in der das Rufen ohne Schreien weiterhin geschätzt wird.
02Wo es aus dem Ruder läuft: Geographie des Missverständnisses
In den Vereinigten Staaten, Kanada, dem Vereinigten Königreich, Australien, Frankreich, Deutschland, Skandinavien und dem städtischen Asien wird der Kiss-Call allgemein als sexuelle Belästigung auf der Straße (street harassment, catcalling) interpretiert. Der Lärm wird als Versuch gelesen, die Frau auf ihren Körper zu reduzieren, als Übertretung des persönlichen Respekts und als stimmliche Aggression. Seit den 2010er Jahren und der #MeToo-Bewegung hat sich die Nulltoleranz durchgesetzt.
03Historische Entstehung
Die Kussgeräusche sind ein Teil des vorstädtischen Repertoires, in dem die affektive Mündlichkeit dominierte. In Lateinamerika besteht es als Rest der tanzenden und vertrauten städtischen Sozialität fort. In den englischsprachigen und nordischen Gesellschaften hat die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts kodifizierte städtische Stille ein umgekehrtes Tabu geschaffen: jeder nicht genehmigte akustische Ruf wird als Übertretung angesehen. Jahrhundert mit der zunehmenden Kriminalisierung des Catcalling.
04dokumentierte berühmte Vorfälle
- **New York, 2010er Jahre: "Hollaback!"-Kampagnen, die systematisch Street Harassment und Kiss-Calling dokumentieren. Kriminelles Verhalten in einigen Gerichtsbarkeiten.
05Praktische Empfehlungen
- **Nur im lateinamerikanischen Entspannungskontext zu verwenden.
- Niemals tun: In Nordamerika, Europa, Asien verwenden - universell als Belästigung empfunden.
- Alternativen: respektvoller verbaler Appell, Augenkontakt, explizite Bitte.
Geographie des Missverständnisses
Offensiv
- usa
- canada
- uk
- ireland
- australia
- new-zealand
- france
- germany
- netherlands
- belgium
- scandinavian-countries
- japan
- south-korea
- china-continental
Neutral
- mexico
- guatemala
- honduras
- el-salvador
- costa-rica
- panama
- cuba
- dominican-republic
- colombia
- venezuela
- brazil
- peru
- argentina
Nicht dokumentiert
- peuples-autochtones
Historischer Ursprung
Ein Überbleibsel der vorindustriellen städtischen Sozialität. Besteht in Lateinamerika fort. In Nordamerika seit Ende des 19. Jahrhunderts tabuisiert. Jahrhundert. Allmählich kriminalisiert (USA 2010+).
Praktische Empfehlungen
Zu tun
- En Amérique latine : usage contextuel acceptable.
- Partout ailleurs : éviter absolument.
Zu vermeiden
- Ne JAMAIS utiliser en Amérique du Nord, Europe, Asie : harcèlement grave.
Neutrale Alternativen
- Sanfter und respektvoller Stimmruf.
- Nur Augenkontakt.