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Hundefleisch (Korea — Tabu im Wandel)

Bosintang ist in Korea auf dem Rückzug — ein Gesetz von 2024 beendet die Zucht bis 2027.

Vollständig✓ GeprüftSchmähung

Kategorie : Tisch & EssenUnterkategorie : interdits-alimentairesVertrauensniveau : 2/5 (hypothese mit Quellenangabe)Benutzername : e0302

Geographie des Missverständnisses

Offensiv

  • france
  • belgium
  • netherlands
  • luxembourg
  • usa
  • canada

Neutral

  • china-continental
  • japan
  • south-korea
  • taiwan
  • hong-kong
  • mongolia

Nicht dokumentiert

  • peuples-autochtones

Saisonale Tradition (Sambok / Boknal)

Der Verzehr von Hundefleisch ist in Korea archäologisch seit dem Neolithikum (6000–2000 v. u. Z.) belegt. Während der Dynastien Silla (57 v. u. Z. – 935 u. Z.) und Goryeo (918–1392) bleibt die Praxis wegen des Staatsbuddhismus selten; sie etabliert sich gegen Ende der Goryeo-Periode über die nomadischen Khitan und entwickelt sich dann unter Joseon (1392–1897). Der moderne Verzehr (보신탕, bosintang) konzentriert sich saisonal auf das Sambok (삼복) — die drei heißesten Tage des Mondkalenders, im Abstand von etwa 10 Tagen zwischen Mitte Juli und Mitte August: Chobok (초복), Jungbok (중복), Malbok (말복). Bosintang wird traditionell zur Bewältigung der Sommerhitze verzehrt, auch wenn samgyetang (Hühnersuppe mit Ginseng) und später yukgaejang (würzige Rindfleischsuppe) zu den dominierenden modernen Alternativen für dieselbe saisonale Funktion geworden sind.

Wandel der Wahrnehmung (1990er–2020er)

Unter dem Einfluss der Urbanisierung, der massiven Verbreitung von Haustieren und des internationalen medialen Drucks kippt die Wahrnehmung ab den 1990er Jahren schrittweise. Zeitgenössische Umfragen dokumentieren diesen Wandel: Laut Gallup Korea (2022) lehnen 64 % der Koreaner den Verzehr von Hundefleisch ab, und nur 8 % haben im Vorjahr welches konsumiert. Eine Umfrage von Nielsen Korea / Humane Society International (2023) bestätigt: 86 % haben keinerlei Absicht, welches zu konsumieren, 55,8 % halten es für notwendig, dass die Gesellschaft damit Schluss macht, gegenüber 28,4 %, die für eine fortbestehende Legalität sind. Der verbleibende Konsum geht überwiegend auf ältere Männer in ländlichen Gebieten zurück.

Special Act 2024 und Übergang bis 2027

Am 9. Januar 2024 verabschiedet die südkoreanische Nationalversammlung den Special Act on the End of Breeding, Slaughtering, and Distribution of Dogs for Food Purposes (Act No. 20195), veröffentlicht im Gwanbo (Amtsblatt) am 6. Februar 2024. Dieses Gesetz untersagt die Zucht, Schlachtung, Verteilung und den Verkauf von Hunden für Verzehrzwecke und sieht eine dreijährige Übergangsfrist vor (effektives Inkrafttreten 2027). Vorgesehene Strafen: bis zu 3 Jahre Haft oder 30 Millionen Won (≈ 22 500 USD) für die Schlachtung, bis zu 2 Jahre oder 20 Millionen Won (≈ 15 000 USD) für Zucht, Verteilung oder Verkauf. Die Regierung plant Subventionen und Umschulungsprogramme für betroffene Züchter sowie die Umsiedlung von rund 500 000 Hunden aus der Industrie nach Schätzungen der Humane Society International. Asiatischer Präzedenzfall: Taiwan hatte den Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch bereits im April 2017 durch eine Änderung seines Animal Protection Act (Geldstrafe NT$ 50 000 bis 2 Millionen) verboten, sodass Südkorea zum zweiten ostasiatischen Land wird, das ein solches Verbot formalisiert.

Gastfreundschaft und Übertretung

Bosintang in Südkorea bei einer Mahlzeit abzulehnen, stellt keine Beleidigung mehr dar: Die Praxis ist bei jüngeren und urbanen Generationen kulturell marginal geworden. Einem westlichen Besucher Hund ohne Vorwarnung anzubieten, bleibt jedoch ein sozialer Fauxpas, da die Erwartung der Anpassung weitgehend integriert ist. Für Reisende ist Bosintang noch in einigen wenigen, im Niedergang begriffenen Spezialrestaurants während der Boknal-Perioden zugänglich, doch seine kommerzielle Sichtbarkeit erlischt in dem Maße, in dem der Übergang zu 2027 voranschreitet.

Internationale Vergleiche

Der koreanische Übergang bietet ein Beispiel für die rasche Entwicklung einer kulinarischen Kulturpraxis im Angesicht internationaler Tierschutznormen. Analoge Fälle: der Verzehr von Pferdefleisch in Frankreich, seit 1866 legal, aber im deutlichen Rückgang (5 088 Schlachtungen 2022 gegenüber etwa 20 000 im Jahr 2013); der Walfang in Japan, der nach dem Austritt des Landes aus der Internationalen Walfangkommission 2019 kommerziell wieder aufgenommen wurde; die wiederkehrenden Debatten über die Robbenjagd in der Arktis. Jede Gesellschaft verhandelt im eigenen Rhythmus die Spannung zwischen kulinarischer Souveränität und globalisiertem ethischem Druck.

Historischer Ursprung

Verzehr archäologisch seit dem Neolithikum (6000–2000 v. u. Z.) belegt; selten während Silla/Goryeo wegen des Staatsbuddhismus, gegen Ende Goryeo über die Khitan etabliert, dann unter Joseon entwickelt. Saisonale Sambok-Tradition (3 heißeste Tage des Mondkalenders, im Abstand von ~10 Tagen Mitte Juli bis Mitte August: Chobok, Jungbok, Malbok). Rascher Wandel seit den 1990er Jahren: Gallup 2022 — 64 % dagegen, 8 % Konsumenten im Vorjahr; Nielsen/HSI 2023 — 86 % ohne Absicht, 55,8 % für Verbot. Am 9. Januar 2024 verabschiedet die Nationalversammlung den Special Act on the End of Breeding, Slaughtering, and Distribution of Dogs for Food Purposes (Act No. 20195), veröffentlicht im Gwanbo am 6. Februar 2024: effektives Verbot 2027 nach 3 Jahren Übergangsfrist. Strafen: 3 Jahre + 30 M ₩ (Schlachtung), 2 Jahre + 20 M ₩ (Zucht/Verkauf). Rund 500 000 umzusiedelnde Hunde (HSI). Präzedenzfall: Taiwan im April 2017.

Dokumentierte Vorfälle

Quellen

  1. Library of Congress, South Korea: New Law to Ban Breeding, Butchering, and Selling Dogs for Food Promulgated (10 avril 2024) —
  2. Wikipedia, Dog meat consumption in South Korea (consulté 2026-04-30) —
  3. NPR, South Korea's parliament endorses landmark legislation outlawing dog meat industry (9 janvier 2024) —
  4. Washington Post, South Korea bans dog meat trade as animal welfare attitudes shift (9 janvier 2024) —
  5. CNN, South Korea passes bill to ban eating dog meat (9 janvier 2024) —
  6. Humane Society International / Humane World for Animals, polls 2020/2022/2023 sur la consommation de viande de chien en Corée du Sud —
  7. Korea Herald, 9 out 10 S. Koreans say they won't eat dog meat: survey —
  8. Humane World for Animals, Ending the Dog Meat Industry in South Korea (rapport) —
  9. PALDO, Surviving the Heat Korean-Style: The Tradition of Boknal —
  10. Wikipedia, Horse meat (section France) —
  11. Connexion France, Exploring horse meat in France: availability and cultural insights —
  12. PBS NewsHour, Production and sales of dog meat banned by South Korea's parliament —
  13. National Geographic, Eating Dogs Banned in Taiwan—A First in Asia (2017) —
  14. Humane World for Animals (ex-HSI), HSI welcomes dog and cat meat ban in Taiwan (2017) —
  15. NBC News, Olympic crackdown on dog meat fails to banish it from menus (PyeongChang 2018) —
  16. Korea Herald, First lady explains S. Korea's dog meat ban plan to Queen Camilla (2023) —