Geographie des Missverständnisses
Offensiv
- iraq
Neutral
- usa
- uk
- france
Verbundene Karten
- Das V mit umgekehrter HandflächeChurchill mit offener Handfläche verkündet den Sieg; die gleiche Hand um 180° gedreht beleidigt einen Londoner Pub. Eine Drehung des Handgelenks trennt zwei Welten.
- Der OK-Ring (Daumen-Zeigefinger-Kreis)Bestätigungsgeste im englischsprachigen Raum und Sicherheitssignal der Taucher — doch in São Paulo, Istanbul oder Athen stellt derselbe Daumen-Zeigefinger-Kreis eine Analöffnung dar. Eines der heikelsten Embleme im Ausland.
- Daumen hochDer „Like“-Button hat ein regionales Tabu fast ausgelöscht. Fast. Offline und außerhalb der vernetzten Generation kann der erhobene Daumen im Irak, im ländlichen Griechenland oder im Iran noch immer beleidigen.
- Der gesenkte DaumenDer umgekehrte Zwilling des erhobenen Daumens in der westlichen Kultur: kategorische Ablehnung und soziale Missbilligung. Die Belastung variiert jedoch je nach Region und die römische Ikonographie ist weitgehend erfunden.
- Die Hörner (corna / mano cornuta)Zeige- und kleiner Finger gestreckt: ein spielerischer Rock-Gruß im Nordwesten und Schutz vor dem bösen Blick in der mediterranen Folklore, wenn die Finger nach unten zeigen. Doch mit Fingern nach oben und auf eine Person gerichtet bedeuten dieselben Finger in Italien, Spanien, Griechenland oder Lateinamerika „Gehörnter“ — eine schwere sexuelle Beleidigung. Eine Geste, getrennt durch Geografie und Handausrichtung.
- Die Feige (mano fico)Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger geklemmt: ein Schutzamulett gegen den bösen Blick seit der mediterranen Antike, in Brasilien noch als Glücksbringer getragen. Doch auf eine Person gerichtet ist es in Italien, Griechenland oder der Türkei eine schwere sexuelle Obszönität; in Russland nur eine spöttische Geste der Ablehnung. Eine Geste, drei Lesarten.